Keine Angst vor dem Fall – oder: Was dir Surfen über deine Selbstverwirklichung beibringt

Falls du meinen Instagram-Account aufmerksam verfolgt hast, hast du sicher bemerkt, dass ich vor nicht allzu langer Zeit mit dem Surfen angefangen habe. Vor inzwischen fast einem Jahr kam ich nach Portugal und wollte unbedingt surfen lernen, wollte Eins sein mit Meer und Wellen. Nach einigem Training hier und meiner Reise in Peru und Ecuador, bei der ich (ungeplanter Weise) hauptsächlich an der Küste blieb um zu surfen, kann ich mit Sicherheit sagen:

Es ist nicht so einfach wie es von Außen aussieht!

Bevor man nämlich mit den Wellen im vollkommenen Einklang dahingleiten kann, bedarf es nicht nur einer guten Technik, sondern auch jahrelanger Erfahrung im Meer und mit den sich ständig wandelnden Gegebenheiten. Keine Session ist wie die andere.

Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) fasziniert mich das Surfen nach wie vor. Ein Grund für meine Faszination ist neben der hautnahen Verbindung zur Natur und der Leichtigkeit definitiv, dass mir das Surfen sehr viel über die Selbstverwirklichung beibringt. Zudem konfrontiert es teilweise brutal mit dem eigenen Kopf – doch dazu mehr in einem anderen Post.

Es ist nicht nur ein Sport oder einfach nur ein „Adrenalin-Lieferant“ wie viele meinen – nein, es gibt viele Parallelen zwischen Surfen und Leben und vielleicht entwickeln Surfer auch gerade deswegen häufig automatisch einen ganz eigenen Lifestyle.

Je weniger Erwartungen desto besser – Akzeptiere was ist

Nichts erwarten: selbst wenn die Vorhersage super Wellen verspricht oder vom Strand alles perfekt zum Üben aussieht, kann es im Wasser ganz anders laufen. Es ist nicht verkehrt, Konditionen zu checken, an den passenden Strand zur besten Zeit und Tide zu fahren, dort eine Weile Peaks und Sets zu beobachten, usw. Bist du aber dann im Wasser, akzeptiere und arbeite mit dem, was da ist und was sich ergibt.

Kommt dir das bekannt vor?

Gleiches gilt für jegliche Pläne und Projekte, die du für dein Leben entwickelst. Natürlich ist es wichtig, Visionen zu haben und Ziele zu setzen. Aber sollten deine Visionen sich nicht so entwickeln wie erhofft – akzeptiere.

Arbeite immer mit den Gegebenheiten und nicht mit einer Idealvorstellung, die nur in deinem Kopf existiert – also bloßer Gedanke ist.

Fokussiere deine Energien

Hast Du dich für eine herannahende Welle entschieden, gehe für sie 100% und fokussiert oder du kannst es gleich ganz sein lassen.

Das heißt: Wähle deine Ziele mit Bedacht – und fokussiere dann deine Energie, investiere alles was du hast, solange es sich intuitiv richtig anfühlt.

Ich sage extra intuitiv richtig – das muss nicht unbedingt in Gedanken oder logisch richtig heißen, denn der Kopf findet immer schnell einen Grund, weshalb die herannahende Welle oder eben deine Lebensvision nicht die richtige für dich oder generell unmöglich ist.

Wenn du tief in dir spürst, dass Du etwas versuchen möchtest, dann gehe dem nach. Soll heißen: Investiere deine Zeit und Energie nicht halbherzig für alle möglichen Visionen und Pläne. Setze deine Prioritäten und bleibe fokussiert auf das, was du tief in dir als dein Weg empfindest.

Go with the Flow – Vertraue

Diesen Punkt könnte man als ‚Gegengewicht‘ zum vorherigen sehen. Achte darauf, dass du stets im Einklang mit den Wellen, mit dem was dir gegeben wird, bleibst.

Vielleicht wolltest Du heute eigentlich den Take-Off auf einer linksbrechenden Welle üben – doch der Swell ist viel größer als vorhergesagt und es gibt nur Close-Outs. Viel bessere Konditionen um vielleicht nochmal zurück ins Weißwasser zu gehen und deine Technik für die Turns zu verfeinern, nicht wahr?

Gleiches für deine Selbstverwirklichung: Vielleicht hast du dir ein Ziel gesetzt und gehst dem nun zu Hundertprozent nach – doch entdeckst plötzlich neue ‚Umwege‘, die du so vorher nicht in deiner Vision eingeplant hattest, die aber eben nicht ‚wegzudiskutieren‘ sind.

Versuche nichts durch die Wand und übers Knie zu brechen, nur weil dein Verstand der Meinung ist, das müsste doch verdammt nochmal jetzt so funktionieren.

Lass dir Zeit und bleibe aufmerksam, um deine Möglichkeiten zu erkennen – vertraue, dass du genau dort hinkommen wirst, wo du hin willst, auch wenn der Weg dahin sich häufig anders gestaltet als du vorher dachtest.

Keine Angst vor dem Fall

Habe keine Angst zu fallen.

Dass du mal vom Board fällst, zum Beispiel durch einen Nose-Dive (Welle zu spät oder zu langsam genommen) oder weil du das Gleichgewicht verlierst, ist eine absolute Gewissheit. Gerade Anfänger (aber auch Fortgeschrittene) fallen unzählige Male, bevor sie sicherer in ihrer Technik und generell im Lesen der Wellen werden. Und selbst dann fallen sie noch, denn schließlich ist jede Welle irgendwann einmal vorbei.

Wenn du dich aber von der Angst vorm Fallen lähmen lässt und es deshalb kaum noch mit einer Welle versuchst, ist das absolut sinnlos.

Denn wie sollst Du dann jemals dazulernen?

Probiere so viele Wellen wie möglich, sei neugierig und genieße jeden Erfolg, jede Welle solange sie läuft und wenn du fällst, versuche es danach frischen Mutes mit einer neuen.

Nur durchs Probieren und Fallen lernst du letztendlich dazu, wie du es besser machen kannst – insbesondere wenn du noch wenig Erfahrung und Wissen gesammelt hast.

Gleiches gilt für das ‚Spiel des Lebens‘, das ich in vorherigen Posts schon einmal erwähnt hatte. Alles in dieser materiellen Welt um dich herum ist vergänglich. Jede Situation (und dazu gehören auch Gedanken und Emotionen) ändert sich früher oder später, entwickelt sich weiter. Probiere was du probieren willst und gehe für Ziele, die du erreichen willst – auf spielerische Weise, das heißt stets offen für den Wandel und motiviert dazuzulernen.

Lass los. Und Du bist frei.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s